Mai 19, 2022

Eine Augenbinde als Symbol des Protestes

In Chile sind Augenbinden zum Symbol der seit Oktober andauernden Demonstrationen geworden, denn hunderte Menschen haben bislang durch Polizeigeschosse Augenverletzungen erlitten. Es hatten bereits verschiedene Menschenrechtsorganisationen die hohe Polizeigewalt verurteilt und Menschenrechtsverletzungen angeprangert. Nun schließt sich dem auch ein UN-Bericht an. Bei friedlichen Protesten wurden Demonstranten verletzt, misshandelt, gefoltert, vergewaltigt und getötet.

Auslöser für die Proteste war zunächst die Erhöhung der Metropreise. Mittlerweile fordern die Menschen in Chile jedoch auch Veränderungen im Gesundheitssystem, in der Bildung und den Renten.

Die chilenischen Behörden weisen die Anschuldigung der Verletzung der Menschenrechte und den Einsatz von massiver Polizeigewalt von sich, da die Ermittlungen zu den Berichten angeblich noch nicht abgeschlossen seien. Die Regierung Chiles hat mittlerweile, um die Demonstranten zu beruhigen, eine Erhöhung des Mindestlohnes und des Rentensatzes versprochen. Ob diesen Worten auch Taten folgen werden, bleibt abzuwarten. Doch selbst wenn es so sein sollte, wird dieses kleine Zugeständnis bei Weitem nicht ausreichend sein, um die Bedürfnisse der Ausgebeuteten zu befriedigen.

Auch ist fraglich, ob das Aufdecken der Menschenrechtsverletzungen Konsequenzen haben wird, oder ob die Behörden, wie die chilenische Polizei, weiterhin ungehindert übermäßige Gewalt gegenüber friedlichen Demonstranten anwenden wird.

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