Juli 12, 2024

EM 2024 – Fußball gegen Menschenrechte

Um das Stadtbild während der Fußball-Europameisterschaft zu „verschönern“, werden in Dortmund zum EM-Auftakt obdachlose Menschen vertrieben. Diese menschenunwürdige und diskriminierende Maßnahme wurde vom SPD-Oberbürgermeister Thomas Westphal abgewinkt, also dem Vertreter einer Partei, die behauptet, soziale Politik für alle zu verfolgen.

Somit werden Menschen, die ohnehin schon am Rande der Gesellschaft leben, nun auch noch von ihren Schlafplätzen vertrieben. Dies untermauert ein weiteres Mal, dass Profitgier und das Image der Partei während des Sportevents über das Wohl und die Würde des Menschen gestellt werden. Allein anhand dieses Vorgehens wird deutlich, dass die Grundgesetze in Deutschland lediglich ein Stück Papier darstellen. Die völlige Missachtung vom so oft vorgegaukelten Punkt 1 des Grundgesetzes – „Die Würde des Menschen ist unantastbar“ – zeigt, dass die Grundrechte in diesem System ganz einfach mit Geld und Macht umgangen werden können.

Diese Maßnahme in Dortmund ist kein Einzelfall und ein trauriges Beispiel dafür, wie grundlegende Menschrechte in diesem Land mit Füßen getreten werden, wenn es die Politik so will. Diesem Prinzip folgen auch stets die anderen kapitalistischen Länder der Welt. So räumte die Stadtverwaltung Rio de Janeiros während der Fußball WM 2014 in Brasilien viele Favelas (Armutsviertel) in der Umgebung des Maracanã-Stadions, da die Stadt sich als moderne Metropole präsentieren wollte. Holzhütten und Armut passten nicht zum Image des Fußballfestes im Boomland Brasilien. Bei diesem staatlichen Angriff wurden sogar Menschen gejagt und getötet. Auch während der Bauarbeiten für die WM kam es zu zahlreichen Arbeitsmorden. Als Brasilien in den darauffolgenden Jahren die Olympischen Spiele gestalten sollte, waren die Verlierer erneut die Armen, deren Viertel neuen Sportstätten zum Opfer fielen.

Auch das aktuellere Beispiel der Fußball WM im Jahr 2022 in Katar hat gezeigt, dass für die Herrschenden im System der Profit über den internationalen Menschrechten steht. Fehlende Grundrechte und massenhafte tote Arbeiter:innen aus Entwicklungsländern, die für einen Hungerlohn auf Baustellen geschuftet hatten, waren kein Grund für die so sehr demokratisch präsentierten westlichen Staaten, um sich von diesem Event in Katar zu distanzieren. Die Weltgemeinschaft, vor allem die westlichen „Demokratien“, die sich stets mit Menschenrechten brüsten, haben an diesen Umstand in Katar mitverdient und bewusst ihre Augen verschlossen. Genauso steht auch die EM in Deutschland weiterhin unter der Fahne des Profits und Konsums, was neben der Vertreibung von Obdachlosen auch von den hunderten Millionen Euro an Ausgaben unterstrichen wird, die beispielsweise dem Sozialsystem komplett vorenthalten werden.