Oktober 27, 2021

Er wurde 98 Jahre alt: der antifaschistische Held Manolis Glezos

Als er 17 Jahre alt war, startete Manolis Glezos eine antifaschistische Jugendgruppe auf der griechischen Insel Naxos. Er war im Zweiten Weltkrieg im Widerstand gegen die Nazis aktiv und arbeitete beim Roten Kreuz.

Am 30. Mai 1941 riss er mit seinem Freund Apostolos Sandas die Hakenkreuz-Flagge von der Akropolis herunter, die die Nazis dort aufgehängt hatten. Das war eine der ersten Widerstandsaktionen in Griechenland und gab der Bevölkerung Kraft im antifaschistischen Kampf. Er wurde im selben Jahr von den Nazis gefangen genommen und 1944 nochmal von griechischen Nazi-Unterstützern.

Nach dem Zweiten Weltkrieg gab es einen Bürgerkrieg, den griechische Monarchisten zusammen mit britischen Imperialisten begonnen hatten – auf der anderen Seite waren linke, demokratische Kräfte. In dieser Zeit arbeitete Glezos als Journalist bei der Zeitung der Kommunistischen Partei. Für seine journalistische Arbeit wurde er von den Monarchisten zum Tode verurteilt. Wegen internationaler Proteste wagten die Rechten es nicht, die Todesstrafe zu vollstrecken. Dafür behielten sie ihn aber sechs Jahre im Gefängnis.

Als 1967 rechte Offiziere in Griechenland eine Militärdiktatur errichteten, kam er wieder ins Gefängnis und blieb bis 1971 gefangen. Nach dem Fall der Diktatur war er weiter politisch aktiv. Er wandte sich allerdings vom revolutionären Weg ab, war aber immer kritisch gegenüber den Sozialdemokraten, mit denen er zusammenarbeitete.

Vor allem 2015 kritisierte er die sozialdemokratische Partei SYRIZA dafür, dass sie nicht konsequent gegen die Krise kämpfte und die Bevölkerung belog.

Am 30. März 2020 verstarb er. Wir behalten seinen Kampf für Gerechtigkeit und gegen Faschismus in Erinnerung.

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