Januar 22, 2022

Genozid und Femizid an Jesid*innen

Am 03.08.2014 fiel der „Islamische Staat“ über die südkurdische Stadt Shingal. Diese Provinz bildete das Hauptsiedlungsgebiet der jesidischen Minderheit. Die Region hatte rund 250.000 Einwohner. Tausende Männer wurden gefoltert und ermordet. Über 6.000 Frauen und junge Mädchen wurden verkauft und mit den Mitgliedern des IS zwangsverheiratet und ihrerseits vergewaltigt. Viele der Frauen und Mädchen kehrten schwanger und / oder traumatisiert zurück. Sie konnten weder medizinisch noch psychologisch behandelt werden. Etwa 40.000 mussten fliehen.

Rund 42% der Asylanträge irakischer Staatsbürger*innen in Deutschland sind Jesid*innen. 3.000 der entführten Frauen und Kinder befinden sich bis heute noch in der Gefangenschaft des IS in Syrien, teilweise auch in der Türkei. Aufgrund der fehlenden systematischen Untersuchungen der Massengräber werden vermisste Jesiden für tot erklärt. Jesid*innen sind bis heute schutzlos. Erst dieses Jahr wurde eine Krankenstation und Rückkehrlager im kurdischen Gebiet Iraks von der Türkei angegriffen.

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