September 28, 2022

Globales Wettrennen um Impfstoff

Aktuell hofft man weltweit auf einen Impfstoff gegen Corona. Die Entwicklung läuft auf Hochtouren. Von den über 200 Impfstoffen, die momentan in unterschiedlichen Laboren entwickelt werden, sind bereits fast ein Dutzend in der klinischen Testphase.

„Jeder Mensch kann an dem Virus erkranken, und deshalb haben wir die Aufgabe, weltweit gemeinsam zu handeln.“ so Angela Merkel.

Doch in der Realität wird es zu keiner gerechten Impfstoffverteilung kommen, denn das globale Wettrennen hat schon längst begonnen und wieder werden ärmere Staaten abgehängt. 

Schon jetzt, bevor überhaupt feststeht, welcher Impfstoff zugelassen wird, sind diese praktisch schon ausverkauft. Besonders die größeren Industrienationen haben sich laut des britischen Analyse-Unternehmens Airfinity den Großteil der vielversprechendstes Impfstoffentwicklungen gesichert. 

Weltweit gibt es bereits mit den Pharmakonzeren Verträge über Optionen für fast 6,4 Milliarden Impfdosen. 43 Prozent davon gehören den USA, Japan, der EU und anderen Industriestaaten, welche jedoch bloß 13 Prozent der Weltbevölkerung ausmachen. Die ärmere Bevölkerung hat klar das Nachsehen.

Die WHO hat zwar eine Initiative ins Leben gerufen, deren Ziel es ist, Geld zu sammeln, um die ärmsten Länder mit dem zukünftigen Impfstoff versorgen zu können, aber reiche Staaten wie Russland und die USA beteiligen sich beispielsweise nicht als Geldgeber.

Bis Ende 2021 versucht die Initiative eine Milliarde Impfdosen zu sichern, die dann auf die 92 ärmsten Entwicklungsländer verteilt werden sollen. Dort leben jedoch etwa vier Milliarden Menschen. Das bedeutet, dass nur 0,3 Impfdosen pro Person zu Verfügung stehen würden. 

Im Vergleich dazu hat sich Großbritannien mit bisherigen Pharmaverträgen fast sechs Impfdosen pro Einwohner gesichert. In den USA sind es fast fünf und in der EU fast vier Dosen und das obwohl noch nicht mal ein Impfstoff zugelassen wurde.

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