Dezember 8, 2021

Intensivpersonal fühlt sich im Stich gelassen – Deutschland applaudiert

Seit Beginn der Pandemie hat sich die verzweifelte Situation im Pflegedienst verdeutlicht und ist vermehrt in das Interesse der Öffentlichkeit gerückt. Alle waren sich einig – es muss sich verbessern. Was ist passiert? Nichts.

Die Reaktion folgt: Beschäftigte der sechs Unikliniken Aachen, Bonn, Düsseldorf, Essen, Köln und Münster sowie des Justizvollzugskrankenhauses Fröndenberg riefen zur Niederlegung der Arbeit auf. Aufgrund der aktuellen ist ein Notfallprogramm zum Schutz von Pantient:innen vorgesehen. Neben den Pflegediensten in den Kliniken geht es beim Tarifstreit des Öffentlichen Dienstes der Bundesländer auch um die Beschäftigten in anderen Sektoren. Beschäftigte von Universitäten, Hochschulen, Straßen NRW sowie IT NRW, Staatsanwaltschaften, Bezirksregierungen und Amtsgerichten beteiligten sich an den Streikmaßnahmen.

Für die Beschäftigten an Universitäten und Schulen rief die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) zur Arbeitsniederlegung und zur Teilnahme an Kundgebungen in NRW auf. Auch die Dienstleistungsgewerkschaft ver.di meldete Arbeitsniederlegungen an Unikliniken, Gerichten, Ämtern und Krankenhäusern. Weitere Streikmaßnahmen sind geplant.

Warum?

Am 27./28.November werden in Potsdam in der dritten Runde die Arbeitsbedingungen im öffentlichen Dienst mit der Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL) verhandelt. Seitens der Gewerkschaften und Streikenden werden bessere Arbeitsbedingungen und fünf Prozent mehr Gehalt (bzw. Mindestens 150 Euro monatlich) gefordert. Im Gesundheitswesen werden tabellenwirksam monatlich 300 Euro mehr gefordert. Die Ausbildungsvergütungen sollen um 100 Euro angehoben werden. Damit wird eine Anerkennung für die Dienste während der Pandemie über den geklatschten Beifall hinaus gefordert. Dies wurde seitens der TdL bisher vehement zurückgewiesen und es gab von ihr bei den ersten beiden Verhandlungsrunden kein Alternativangebot.

Wie geht es weiter?

Mehrere Gewerkschaften rufen am 25.November zu einer Großdemonstration in Düsseldorf auf, um ihre Forderungen nochmal zu unterstreichen. Dabei soll in zwei Demonstrationszügen zum Landtag gezogen werden. Außerdem ist mit weiteren Arbeitsniederlegungen in der nächsten Woche zu rechnen.

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