Juli 18, 2024

Jagd auf syrische Geflüchtete in der Türkei

In Kayseri, einer Stadt in der Türkei, kam es am Sonntagabend zu brutalen Angriffen gegen syrische Geflüchtete. Türkische Faschisten liefen durch die Straßen und riefen Parolen, wie „Wir wollen keine Syrer mehr, wir wollen keine Flüchtlinge mehr“. Es kam zu zahlreichen Angriffen auf Geschäfte und Wohnungen von Geflüchteten. Am Montag gingen anschließend auch viele Faschisten in Bursa und Antep auf die Straßen. Die Bilder hierüber verdeutlichten ihre Wut und ihren Hass gegen die Hilfsbedürftigen.

Ein vorläufiger Bericht verschiedener Institutionen der Türkei (ÇHD, ÖHD und İHD) stellte folgendes fest:
„Die Angriffe auf syrische Flüchtlinge und Migranten in Kayseri sind ein organisierter, rassistischer Angriff. Es handelt sich um ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit, da es sich um ein Verbrechen gegen eine bestimmte Gruppe handelt!“ Im Bericht werden diverse Missstände angeprangert:

„- In den Vierteln, in denen Syrer:innen leben, herrschen immer noch Angst und Unruhe.
– Es wurden keine ernsthaften Maßnahmen für die Sicherheit von Leben und Eigentum der Syrer:innen ergriffen.
– Es wurden keine psychosozialen Unterstützungsmaßnahmen für die Opfer des Angriffs beobachtet.
– Es wurde nicht festgestellt, dass eine effektive Untersuchung der Angriffe auf die Sicherheit von Leben und Eigentum durchgeführt wurde.
– Da die von uns angeforderten Termine beim Gouverneur, der Staatsanwaltschaft und der Polizei nicht positiv beantwortet wurden, konnten wir keine Informationen über die Ermittlungen, Festnahmen und ergriffenen Maßnahmen erhalten.
– Die humanitären Bedürfnisse der Syrer:innen, die ihre Häuser nicht verlassen können, müssen dringend befriedigt werden.
– Die besonderen Bedürfnisse von Kranken, älteren Menschen, Frauen und Kindern sowie die medikamentöse und medizinische Versorgung müssen schnellstmöglich sichergestellt werden.“

Es wurde angekündigt, dass der ausführliche Bericht in den kommenden Tagen veröffentlicht werden soll. Die menschenfeindliche Hetze gegenüber Geflüchtete stellt ein globales Problem dar und erreicht in der Türkei aktuell einen Höhepunkt. Obwohl die Jagd auf die Menschen, die vor den Kriegen fliehen mussten, die von Ländern wie der Türkei oder Deutschland mitverursacht wurden, in diesen Tagen das Niveau eines Pogroms annehmen, greift der türkische Staat nicht durch, sondern toleriert diese Situation. Dies ist kein Wunder, denn die geflüchtetenfeindliche Haltung ist im gesamten faschistoiden Staatsapparat stark verankert. Es bleibt zu hoffen, dass die fortschrittlichen und linken Kräfte in der Gesellschaft organisiert gegen diese faschistische Stimmung auf die Straßen gehen und einen Gegenwind zur derzeitigen Entwicklung schaffen.