April 10, 2021

Kein Vergessen – Solingen 1993

Vor 27 Jahren, am 29.5.1993 wurde die Familie Genc in Solingen zum Opfer eines rechtsradikalen Brandanschlags. Fünf Menschen kamen dabei ums Leben, darunter drei Kinder. Als Familie mit türkischem Migrationshintergrund waren sie zum Ziel von Neonazis geworden, die sich bis zu diesem Zeitpunkt mithilfe des Staates in der Stadt gut organisieren konnten.

Warum gedenken?

Die Morde in Solingen waren kein Einzelfall, denn sie spiegeln zahlreiche weitere faschistisch und rassistisch motivierte Anschläge wieder, die auch mit den NSU-Morden in Verbindung stehen. Die Jahre vor und nach dem Brandanschlag auf das Haus der Familie Genc waren geprägt von einer massiven medialen Hetze gegen Geflüchtete und Migranten. „Das Boot ist voll!“, „Asylantenflut“ oder „Fast jede Minute ein neuer Asylant – Die Flut steigt, wann sinkt das Boot?“ waren die Schlagworte der BILD Zeitung und Co. Heute sehen wir starke Parallelen zu dieser Propaganda. Auch in der Politik folgte man dieser Linie, indem die CDU z.B. das Asylrecht angriff und diesbezüglich Änderungen am Grundgesetz erzwang. Währenddessen wurde stets verschwiegen, dass es einen organisierten rechten Terror in Deutschland gibt, der Jagd auf Nichtdeutsche macht. Der vom deutschen Staat gefütterte NSU, trat bedauerlicherweise viel zu spät ans Tageslicht, da er eine lange Zeit gedeckt werden konnte.

Genauso umhüllte man auch die in Solingen existierende rechtsradikale Szene, die sich unter anderem am „Deutschen Hochleistungskampfkunstverband“ (DHKKV) organisierte, welcher ebenfalls von Geldern des Verfassungsschutzes lebte. Bernd Schmitt, der Leiter des Verbandes, war nämlich ein bezahlter V-Mann des Staates. Es ist eine Tatsache, dass die indirekte Förderung und das direkte Verdeckthalten der Neonazi Szene in Solingen für den Mord an den 5 Menschen im Jahr 1993 verantwortlich ist.

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