August 19, 2022

Rheinmetall als Profiteur des Kriegs

Noch vor ein paar Monaten waren sich alle einig – Krieg ist schlecht und mehr Waffen heißt mehr Leid. Doch das Bild hat sich schnell geändert. Nach dem Beginn des Ukraine-Kriegs am 24. Februar 2022 scheinen Waffen auf einmal auch in Europa wieder in der Mode zu sein, und das auch in Deutschland. 

Rheinmetall, ein Unternehmen mit Hauptsitz in Düsseldorf freut sich. Nachdem man schon jede Menge Aufträge aus der Ukraine entgegengenommen hat, hat nun auch die Bundeswehr und damit die Bundesregierung schwer zugeschlagen. Für die Erneuerung der Bundeswehr sollen 100 Milliarden für die Bundeswehr locker gemacht werden, eine Summe die zuvor unmöglich für den Pflegesektor war. Noch dazu kommen Aufträge von überall aus der Welt, ob Kanada, Schweiz oder Ungarn. Der Konzern wächst und mit dazu das Interesse an Investitionen in neue Waffen. Krieg ist wieder in. 

Eintausend neue Jobs werden allein in Deutschland von Rheinmetall in der Waffenindustrie geschaffen. Außerdem wird ein Wachstum des Unternehmens von rund 20% in den nächsten Jahren erwartet. An der Börse befindet man sich auf einem Rekordhoch. Doch das ist noch nicht alles – selbst in der gemeinsamen Aufrüstung konkurrieren die europäischen Mächte untereinander. In verschiedenen Projekten wie der Entwicklung von gemeinsamen Panzermodellen oder eines gemeinsamen Luftabwehrsystems herrscht Uneinigkeit. Die Waffenindustrien der Länder sind sich uneins, so wie die Politik. 

Doch auch Widerstand macht sich breit. Vom 30. August bis 4. September 2022 organisiert das Bündnis „Rheinmetall Entwaffnen“ ein Camp und Aktionstage in Kassel, wo bekannterweise Waffen für den türkischen Angriffskrieg in Rojava produziert werden. Die imperialistische Politik Deutschlands zu bekämpfen, stellt heute wieder eine der Hauptaufgaben der lohnabhängigen Bevölkerung hier im Land dar, denn der Staat sieht den Ukraine-Krieg als perfekten Anlass, um das langersehnte Startsignal für seinen ungezügelten Militarismus zu geben. 

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