September 28, 2022

Steigende Preise – sinkender Lebensstandard

Wir berichteten bereits im November über die anstehenden Preiserhöhungen der öffentlichen Verkehrsmittel (https://resistance-international.de/hoehere-ticketpreise-fuer-oeffentliche-verkehrsmittel). Inzwischen haben viele Menschen aber auch in anderen Lebensbereichen die Preiserhöhungen bemerkt. Seit einigen Monaten wird von verschiedenen Seiten ein seit Jahrzehnten nicht dagewesener Preisanstieg korrekt vorausgesagt. Die Tagessschau berichtete von einer Rekord-Inflation von 5,1 Prozent (https://www.tagesschau.de/wirtschaft/konjunktur/inflation-eurozone-januar-101.html). Dabei sind Energiekosten die größten Preistreiber, aber auch Benzin- und Lebensmittelkosten sind stark gestiegen. Es handelt sich also um Bereiche, auf die die arbeitende Bevölkerung kaum verzichten und somit sparen kann.

Dies wäre weniger tragisch, wenn die Lohnerhöhungen entsprechend ausgefallen wären. Mit der Argumentation, die Wirtschaft und die Firmen müssen sich erholen, konnten Arbeitskämpfe in den vergangenen Jahren wenig für die Arbeiter:innen herausholen. Während der Pandemie stieg die Armutsquote sogar auf einen historischen Höchststand, so der Armutsbericht 2021 des Paritätischen Gesamtverbandes. Starke Preiserhöhungen treffen so vor allem Menschen ohne oder mit geringem Einkommen. Zu den Betroffenen gehören besonders Frauen, Kinder und Jugendliche, vornehmlich aus migrantischen Communitys.

Daher muss dem wiederholten Mantra „Wir sitzen alle im selben Boot“ eine klare Absage erteilt werden. Die Krise wird aktuell auf dem Rücken der Arbeiter:innen ausgetragen. Verschiedene Konzerne, allen voran Lebensmittel- und Pharmakonzerne, konnten ihren Gewinn drastisch steigern, während der Lebensstandard eines großen Teils der Bevölkerung sank. Die Tatsache, dass die Zahl der Milliardäre während der letzten Jahre anstieg, spricht für sich.

Die schweren Pandemiejahre dürfen jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass vorher alles besser war, geschweige denn die Zukunft besser wird. Die aktuelle Wirtschaftskrise muss nämlich, wie alle anderen zuvor, als wesentlicher Bestandteil des Kapitalismus verstanden werden. Es können über Phasen hinweg durch den Druck der Bevölkerung kurzzeitige Verbesserungen erkämpft werden, doch die Geschichte zeigt, dass diese bei der nächsten Krise zunichtegemacht werden. So wird aktuell das Arbeitsrecht stark angegriffen und längere Arbeitszeiten sollen möglich gemacht werden. 

Ein gutes Leben für alle Menschen kann nicht durch kleine, flüchtige Verbesserungen innerhalb dieses Systems erkämpft werden. Das kapitalistische System muss vielmehr durch eine sinnvoll geplante und sich an den Bedürfnissen der Menschen orientierende Wirtschaftsweise ersetzt werden, um die Krisen zu beseitigen und zukünftige Herausforderungen, wie unter anderem die Klimakrise zu bewältigen.

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