April 12, 2024

Wien- 5 Frauen an einem Tag ermordet

In der letzten Woche kam es in Wien zu 5 Femiziden an einem Tag. Drei von ihnen wurden in einem Bordell erstochen und es wurde eine Frau gemeinsam mit ihrer Tochter tot in ihrer Wohnung aufgefunden. BezĂŒglich der ersten Morde wurde bereits ein VerdĂ€chtiger festgenommen, der die Tat gestand. Die Frau und ihre 13-jĂ€hrige Tochter wurden von ihrem Ehemann erwĂŒrgt und erstickt.
Der Österreichische Frauenring bezeichnete den Tag als „schwarzen Freitag“ und forderte eine umgehende Krisensitzung der österreichischen Regierung. Die Zahl der Morde an Frauen in Österreich ist im Vergleich die höchste in ganz Europa. Nach einer Studie der Regierung wurden zwischen 2010 und 2020 insgesamt 319 Frauen in Österreich ermordet und in den meisten FĂ€llen waren es die mĂ€nnlichen Partner oder Ex-Partner. Auch in Deutschland verzeichnete man bereits dieses Jahr schon 18 Femizide. 
 

Nun stĂŒrzen sich Faschisten in Österreich auf die Tatsache, dass es sich bei einem der TĂ€ter um einen Mann afghanischer Herkunft handelte und verbreiten so ihre rassistischen Ideologien. Es handelt sich dabei jedoch um keine EinzelfĂ€lle oder „importierte Probleme“. Die Basis fĂŒr diese Morde an Frauen weltweit, schafft ein System, welches Frauen ungleich behandelt und unterdrĂŒckt. Sie sind es, die viel stĂ€rker von Gewalt betroffen sind und in ein System geboren werden, welches die Grundlage fĂŒr die ökonomische AbhĂ€ngigkeit der Frau bietet. 

Am meisten gehen diese Gewalttaten von Menschen in ihrem nahen Umfeld aus und der Staat kann wohl keinen Schutz fĂŒr Frauen bieten. Stattdessen fördern sie immer mehr die finanzielle AbhĂ€ngigkeit der Frauen und somit die Chance einer solchen Gewalttat zu entfliehen. Wie bspw. mit unterschiedlicher Bezahlung in vielen Berufsfeldern und wenigen Möglichkeiten der UnabhĂ€ngigkeit, wird das Problem vertieft. FrauenhĂ€user oder anderweitige SchutzrĂ€ume werden unzureichend gefördert und es gibt kaum KapazitĂ€ten. Diese Morde sind das Produkt dieser Politik und dieses Systems und es sind schon lange keine EinzelfĂ€lle mehr.