April 10, 2021

Benachteiligung von Müttern

Bei der Jobsuche werden Frauen mit Kindern deutlich benachteiligt.
Dies wurde in einer Studie des Wissenschaftszentrums Berlin für Sozialforschung (WZB) festgestellt. Mütter werden demnach seltener zu Vorstellungsgesprächen eingeladen als kinderlose Frauen.
Erstere mussten etwa ein Drittel mehr Bewerbungen schreiben, um überhaupt eine Einladung zu einem Gespräch zu erhalten.
Väter hingegen werden genauso häufig zu Vorstellungsgesprächen eingeladen wie kinderlose Männer.

In der Studie wurden 800 fiktive Bewerbungen auf reale Stellenausschreibungen im Veranstaltungs- und Marketingbereich versandt, da in diesem Berufsfeld etwa gleich viele Frauen und Männer tätig sind. Der einzige Unterschied im Lebenslauf der fiktiven BewerberInnen bestand darin, dass die einen kinderlos waren und die anderen ein drei Jahre altes Kind hatten.

Obwohl bekannt ist, dass Frauen und insbesondere Mütter gerade in der Arbeitswelt oftmals benachteiligt werden, sind teils weiterhin private Informationen wie der Ehestand, Elternschaft oder Religionszugehörigkeit im Lebenslauf gern gesehen, wenn nicht sogar gefordert. 

Wieso sollten diese Kriterien ausschlaggebend für eine Jobzusage sein? Wie real ist die Gleichberechtigung der Geschlechter in Deutschland wirklich? 
Deutschland erreicht im Vergleich zum Vorjahr statt Platz 14 den 10. Platz im „Global Gender Gap Report 2020“ des Weltwirtschaftsforums (WEF). 

Für den jährlichen Bericht wurden in 153 Staaten die vier Bereiche: Wirtschaft (Gehälter und Chancen auf Führungspositionen), Zugang zu Bildung, politische Mitwirkungsmöglichkeiten sowie Gesundheit (Lebenserwartung) untersucht.
Laut WEF werde es beim aktuellen Tempo noch etwa ein Jahrhundert dauern, bis die Gleichberechtigung weltweit “abgeschlossen“ ist… 

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