Juli 14, 2024

Migrantenkarawane auf dem Weg in die USA

Aus der südmexikanischen Stadt Tapachula nahe der Grenze zu Guatemala haben sich Anfang letzter Woche tausende Menschen mittel- und südamerikanischer Herkunft auf den Weg durch Mexiko in die USA gemacht. Es handelt sich um einen 3.000 km langen Weg und die schwer befestigte Grenze zwischen Mexiko und den USA. Der Marsch in Form einer Karawane soll den Migrant:innen Schutz vor Gefahren wie Gewalt und Kriminalität in Mexiko bieten. Unter den rund 5.000 Menschen befinden sich vor allem Venezolaner:innen.

Auf dem Weg wurden die Menschen von Polizei und Krankenwagen begleitet. Sie wollen mit ihrem Marsch auch ihre Frustration über die fehlende Möglichkeit protestieren, US-Visen zu bekommen. Der Druck auf die Grenze erhöht auch den Druck auf die amerikanische Regierung, die gesagt hatte, mehr Stabilität schaffen zu wollen. Getrieben von politischer Instabilität und Armut, fliehen nun Tausende aus ihren Heimatregionen. Die Zahl der Menschen, die auf diesem Wege versuchen, die USA illegal zu erreichen, steigt regelmäßig. Die amerikanische Regierung wiederum reagiert mit immer höheren und strenger bewachten Zäunen und Mauern an der Grenze zu Mexiko. Im Kanal von „Fox News“ betitelte man den Marsch sogar als „Invasion“.

Wenn man sich fragt, woher die Instabilität und Armut in den lateinamerikanischen Ländern kommt, muss man sie im Kontext der Kolonialisierung sehen. Lateinamerika ist stets das Rohstofflager des Westens gewesen. Lange haben die Europäer, später auch die USA, hier Gold, Silber, Metalle, Kaffee, Zucker, Kakao und vieles mehr exportiert. Die indigene Bevölkerung wurde versklavt und ermordet, afrikanische Menschen wurden als Sklav:innen auf den Kontinent gebracht. Doch auch nach der Unabhängigkeit ging die Ausbeutung weiter. 

Die ausbeuterische Unterdrückung ging einher mit der politischen Unterdrückung. In den letzten 100 Jahren haben der CIA und die amerikanische Regierung unzählige Interventionen auf dem Kontinent durchgeführt, gegen die Regierungen von Allende in Chile, Guzmán in Guatemala oder Goulart in Brasilien. Mittlerweile sind sämtliche Beteiligungen an Aktionen zur politischen Destabilisierung und dem Sturz von progressiven lateinamerikanischen Regierungen und Bewegungen öffentlich. Wirklich zur Verantwortung gezogen wurden die USA dazu nie. Aus der instabilen Heimat müssen die Menschen nun ausgerechnet in das imperialistische Land fliehen, das für all die Misere in Lateinamerika hauptverantwortlich ist.