Juli 17, 2024

„Das ist kein Fußball, das ist Krieg und vor uns sterben Menschen.“ – Das Massaker von Port Said

Heute vor 12 Jahren ist es in Port Said bei Ausschreitungen am Rande eines Fußballspiels zum Tod von 74 Menschen gekommen. Die meisten von ihnen gehörten zu den Ultras von Al-Ahly aus Kairo. Zahlreiche Mitglieder der Gruppe waren 2011 beim Sturz von Diktator Mubarak am Tahrir-Platz beteiligt gewesen

Der Angriff ging von gegnerischen Fans aus, allerdings waren wohl Schlägertrupps unter ihnen, die nichts mit dem Fußball zu tun hatten. Da Polizisten und Militär bei den Ausschreitungen die Fans von Al-Ahly nicht schützten und die Täter nicht verfolgten, sehen viele in den Ausschreitungen eine politische Rache des Staates an den einstigen Beteiligten des ägyptischen Volksaufstands im Jahr 2011. Für die politisch aktiven Ultras war das Ergebnis klar: Die Revolution muss weitergehen! Mit dem Sturz von Mubarak hatte schließlich das jahrzehntelange Leid des ägyptischen Volkes nicht geendet, sondern wurde nur ab diesem Zeitpunkt von einer anderen Regierung fortgeführt.