Mai 19, 2022

Erfolgreiche Friedrich Engels Gedenkdemonstration in Wuppertal

Zum Vorabend des Geburtstages des Revolutionärs Friedrich Engels versammelten sich über 100 Demonstrant:innen in Wuppertal zur Engels-Gedenkdemonstration. Aufgerufen hatte dazu das Engelsbündnis, ein Zusammenschluss linker und revolutionärer Organisationen. Das Motto der Veranstaltung lautete „201 Jahre Engels – Gemeinsam gegen Polizeigewalt“. 

Diese Demonstration fand zusätzlich zu der sonst üblichen Veranstaltung im Sommer statt – und bewusst unter dieser Losung. Denn die Engelsdemo, die jahrelang friedlich stattfinden konnte, sieht sich mit zunehmenden Kriminalisierungsversuchen und Repressionen durch die sogenannten Sicherheitsbehörden konfrontiert. Resistance berichtete bereits über die Polizeigewalt gegen die Veranstaltung am 07.08.2021. 

Ein Ziel der Veranstalter:innen war es, sich der Vereinnahmung Friedrich Engels durch bürgerliche Kräfte entgegenzustellen. So wurde auch in Demorufen, Redebeiträgen und Agitation mit Passant:innen klargestellt, dass Friedrich Engels nicht losgelöst von seinen revolutionären Tätigkeiten betrachtet werden kann.

Die Demonstration konnte kämpferisch durchgeführt werden und ohne Störungen ihr Ziel erreichen. Dass dies gelungen ist, lag sehr wahrscheinlich nicht an der Güte und dem Wohlwollen der Repressionsbehörden. Viel eher war es die Absicht, nicht noch mehr schlechte Schlagzeilen zu erzeugen, nachdem der 24-jährige Giorgos Zantiotis nach einer gewaltsamen Festnahme in Gewahrsam der Behörden verstarb. Die Hintergründe dieses Vorfalls wurden in Redebeiträgen der Zwischenkundgebung vor der Polizeiwache Elberfeld thematisiert und durch Sprechchöre wie „Blut an euren Händen“ hervorgehoben.

In weiteren Redebeiträgen wurde der Zusammenhang zwischen der Ausweitung der Befugnisse der Polizei durch das Polizeiaufgabengesetz und das neue Versammlungsgesetz in NRW und der fortschreitenden Faschisierung des Staates hergestellt. Diese schleichende Entwicklung sei die logische Konsequenz der Krise des Kapitalismus und der Widerstand dagegen notwendig und legitim. Dass die zunehmende Polizeigewalt auch die Engelsdemo getroffen hat, sei zwar entsetzend, aber nicht überraschend. Denn auch dieser Kampf in Wuppertal reihe sich in die weltweit zunehmenden Kämpfe ein. 

Die erfolgreich durchgeführte Veranstaltung hat gezeigt, dass das Bündnis sich nicht hat einschüchtern lassen. Weitere kämpferische Gedenkveranstaltungen sollen folgen.

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