Dezember 8, 2021

Kämpferische „200 Jahre Friedrich Engels“ Demonstration in Wuppertal

Am Samstag, den 1. August 2020, wurde zum sechsten Mal in Folge die alljährliche Friedrich Engels Gedenkdemonstration in Wuppertal verwirklicht. Unter dem Titel „Die Welt bebt – Friedrich Engels lebt“ demonstrierten 400-500 Menschen für den Mitbegründer des wissenschaftlichen Sozialismus.

 „Ein so rotes Wuppertal gab es wahrscheinlich schon lange nicht mehr“ hatten revolutionäre Jugendliche aus der Stadt letztes Jahr berichtet. Doch dieses Jahr wurde das Bild deutlich überboten. Mit den roten Fahnen der Arbeiterbewegung, Organisationsfahnen und Transparenten wurde gezeigt, dass der Revolutionär Engels und sein Erbe immer noch präsent sind. Das gewachsene Engelsbündnis, bestehend aus 12 linken Organisationen, hatte die Demonstration organisiert, um den gebürtigen Wuppertaler in seinem 200. Geburtsjahr zu ehren. Aktuell besteht das Bündnis aus den Organisationen Bir-Kar, DKP, Kommunistischer Aufbau, Linkes Forum, MLPD, Rebell, Rebellion Ruhr, Revolutionärer Jugendbund, SDAJ, SDS Wuppertal, Studierenden Kollektiv und Trotz Alledem.

Das Vorhaben der Stadt Wuppertal, Engels auf einen einfachen Philosophen zu reduzieren und das Engelsjahr 2020 zu einem Touristenmagnet zu machen, wurde lautstark entlarvt. Das Engelsbündnis hatte sich bereits letztes Jahr zum Ziel gesetzt, Engels’ Erbe zu schützen und der Stadt nicht die Bühne zu überlassen. Mit revolutionären und antikapitalistischen Slogans wurde gestern an die wahren Inhalte von Engels‘ Lebenswerk erinnert, die vom bürgerlichen Stadtprojekt „Engels2020“ totgeschwiegen und verfälscht werden. Die Redebeiträge, die zum Beispiel vom Antikommunismus, von Rassismus und Polizeigewalt, der Umweltzerstörung, dem Kampf der Arbeiterklasse und der Frauen handelten, untermauerten diese revolutionäre Haltung.

Eindrucksvoll war die starke Beteiligung der Jugendlichen, welche die große Mehrheit ausmachten und für eine kämpferische Stimmung auf der Gedenkdemonstration sorgten. Die fast vier Kilometer weite Route ging vom Wuppertal Hauptbahnhof über die B7 bis nach Barmen zum Engelsdenkmal. Das rote Fahnenmeer erhielt von den Menschen in der Umgebung viel Interesse und Aufmerksamkeit. Beim Eintritt in den Engelsgarten wurde die Statue mit vielen Slogans begrüßt. Nach den letzten Reden, dem Gedichtbeitrag der Kinderorganisation „Rote Bambinos“ und dem Lied „Arbeiter von Wien“ wurde eine Schweigeminute für Friedrich Engels und alle gefallenen Revolutionäre der Welt gehalten. Das gemeinsame Singen der Internationale bildete das offizielle Ende der Gedenkdemo.

Internationalität schuf auch die Teilnahme des palästinensischen Vereins in Wuppertal. Von den türkeistämmigen linken Organisationen beteiligten sich Bir-Kar (Plattform für die Einheit der Arbeiter und Freundschaft der Völker) und Odak. Jährlich wächst die Anzahl der Teilnehmer. Es reisen aus den verschiedensten Städten und selbst Ländern wie der Schweiz und Frankreich Revolutionäre an, um Friedrich Engels‘ Erbe weiterleben zu lassen. Das Engelsbündnis setzt sich auch weiterhin dafür ein, die Zusammenarbeit der Organisationen in Wuppertal zu stärken und die Gedenkdemonstration zu vergrößern. Als nächster Fokus wurde bereits der 28. November 2020 bestimmt, welcher genau den 200. Geburtstag von Engels markiert.

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